Glückauf

Der Mann zwischen 40 und 60 ist behäbig, gesetzt, altersmilde? Leidet an Midlife-Crisis, latscht frustriert durch den Alltag, hängt am liebsten das heimische Sofa durch?

Fünf Ruhrpott-Rocker der Kategorie U (unterhaltsam, unermüdlich, unverbesserlich) widerlegen all diese Vorurteile. Sie nennen sich BOP. Band ohne Proben. Motto: Wer probt, ist feige. Oder auch, leicht abgewandelt: Wer probt, kann nix.

2014_10_OktoberfestBirgit_007Werner Bop, Rainer Bop, Bernd Bop, Heidi Bop (kein Mädchen!), Peter Bop – Spaßmusikanten, Musik-Methusalems aus der Frischhaltetüte – und vor allem: alle aus Herbede! BOP: Die einzige und einzigartige Herbeder Boygroup des Rock’n’Roll.

Seit 2004, als sie in der legendären, heute nicht mehr existenten Wittener Kneipe Downtown bei einer Session zusammenkamen, musizieren sie in unregelmäßigen Abständen gemeinsam. Egal, wo man ihnen eine Bühne hinstellt (gerne auch einen Lkw), sie springen drauf und legen los: New York, Tokyo, Paris, Vormholz…

Wegen ihrer von unverfälschter Spontaneität und knisternder Erotik geprägten Bühnen-Shows gelten die fünf Herbeder als unwiderstehlich, aber sie weigern sich trotz aller hartnäckigen Angebote beharrlich, sich als Sexsymbole vermarkten zu lassen.

2014_05_Feuerwehr_075Zuletzt mussten sie sich wiederholt auch übler Nachrede erwehren. „Ihr probt doch!“, wird beispielsweise forsch behauptet, wenn wieder mal ein Vier-Stunden-Gig auf verblüffende Weise gelungen ist. Proben? Würde BOP proben, wären Abläufe erkennbar – wie bei einer gewöhnlichen Coverband. Wäre BOP aber eine gewöhnliche Coverband, würde dies bedeuten, dass ein Song nah am Original gespielt werden müsste. Diese Band aber kann die Garantie geben, dass kein Song zweimal in der gleichen Weise zu hören ist, das Publikum muss die Kraft und den Willen mitbringen, auch mal zwei, drei Kata-Strophen ertragen zu können. BOP besticht durch kreative Unbeständigkeit, präzise Unschärfe, chaotische Eleganz.